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Das Büro ist nicht mehr erster Ort der Arbeit

Die Ambiente 2026 besuche ich nicht wegen Farbtrends oder neuer Produkte, sondern wegen der vielen aktuellen Fragen rund um das Thema Arbeitswelten. Mich interessiert, was Räume heute leisten müssen, um relevant zu bleiben. Das Büro ist nicht mehr der selbstverständliche Ort der Arbeit, sondern einer von vielen. Sein Monopol darauf hat das Büro längst verloren.

Arbeiten findet überall statt

Gearbeitet wird heute überall: zu Hause, unterwegs, im Café, im Coworking oder im Hotel. Produktivität ist nicht mehr an einen festen Ort gebunden. Genau deshalb steht das Büro vor einem Aufgabenwechsel. Es muss sich seine Berechtigung neu erarbeiten.

Vom Arbeitsplatz zum Beziehungsort

Seine neue Rolle liegt nicht in Abarbeitungseffizienz oder Leistungskontrolle. Sie liegt dort, wo Arbeit mehr ist als Leistung. Das Büro wandelt sich zum zweiten Ort der Arbeit und zugleich zum ersten Ort für Begegnung, Zusammenarbeit in Echtzeit, Lernen, Austausch und Identität. In diesem Zusammenhang gewinnt der Gedanke an Bedeutung, dass der Arbeitgeber zum Gastgeber wird. Das Büro ist keine Pflicht mehr, sondern eine Einladung.

Raum als Teil des Arbeitgeberversprechens

Wie relevant diese Verschiebung ist, zeigt eine aktuelle Zahl sehr deutlich. Laut einer Studie von Mindspace und Civey sagen 43 Prozent der Menschen, dass die Gestaltung des Arbeitsplatzes ihre Jobwahl stark beeinflusst, bei Frauen sind es sogar 47 Prozent. Raum wird damit Teil des Arbeitgeberversprechens und nicht länger eine nachgelagerte Entscheidung.

Ich beobachte, dass sich Office und Hospitality immer stärker annähern. Konzepte wie Hybrid Hotel oder Resimercial Design stehen sinnbildlich dafür. Warme Beleuchtung, natürliche Materialien und wohnlichere Atmosphären sind keine ästhetische Spielerei. Sie sind Ausdruck eines Bedürfnisses nach Zugehörigkeit, Sicherheit und Beziehung in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt. Das Büro erdet und bringt Menschen wieder zusammen.

Räume werden Markenbotschafter

Räume verändern ihre Wirkung. Büros werden zu identitätsstiftenden Markenbotschaftern. Sie zeigen, wie ein Unternehmen Zusammenarbeit wirklich versteht und ob Kultur gelebt oder nur behauptet wird.

Meine Aufgabe sehe ich darin, diese Veränderungen in tragfähige Designkonzepte zu übersetzen. Aus den Eindrücken der Ambiente entstehen Prüfsteine für jedes Projekt: Welche Gründe liefert dieses Büro, um zu kommen? Welche Geschichten erzählt es über Kultur und Zusammenarbeit? Und welche Form von Gastlichkeit wird spürbar?

Genau an diesen Fragen entscheidet sich, ob Arbeitswelten Zukunft haben.

Fazit: Raum als strategischer Erfolgsfaktor

Das Büro der Zukunft überzeugt nicht durch Ausstattung, sondern durch Bedeutung. Es wird der Ort, an dem Kultur, Begegnung und Zusammenarbeit sichtbar werden.

Du möchtest Deine Arbeitsräume so gestalten, dass sie Marke, Mensch und Kultur verbinden?

Dann lass uns gemeinsam herausfinden, welches Potenzial in Deinem Raum steckt – und wie er zum Erfolgsfaktor für Dein Unternehmen werden kann.